Betrieblicher Umweltschutz

Ob durch ihre Anlagen, Fahrzeuge oder Gebäude – die Stadtreinigung Hamburg verbraucht Ressourcen und stößt Emissionen aus. Für den Schutz von Umwelt und Klima arbeiten wir daran, unsere Auswirkungen bestmöglich zu reduzieren: mit durchdachten Konzepten und innovativen Lösungen.

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) sorgt für ein sauberes Hamburg. Um unsere Leistungen zu erbringen, setzen wir Sammelfahrzeuge und Kehrmaschinen ein und betreiben Anlagen und Gebäude. Bei all unseren Tätigkeiten verbrauchen wir Ressourcen und verursachen Luftschadstoffe. Dessen sind wir uns bewusst und arbeiten konsequent daran, die Auswirkungen zu reduzieren. Dafür treiben wir die energetische Sanierung unserer Gebäude voran, optimieren unsere Prozesse und testen neue Lösungen, etwa im Bereich alternativer Antriebe. Bei unseren Maßnahmen in Sachen Umweltschutz achten wir auf öffentliche und politische Forderungen – ob zum Ausbau der Mobilität mit alternativen Antriebstechnologien oder zu Standards bei Neubauten. Weiterhin kommen Herausforderungen durch eine wachsende Stadt und die Folgen der Urbanisierung auf uns zu. Und nicht zuletzt spielt der digitale Wandel, der unsere Arbeitsweise weiter verändern wird, eine bedeutende Rolle.

Chancen und Risiken beim betrieblichen Umweltschutz

Grünes Häkchen Chancen
  • Beitrag zu besserer Luftqualität durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben
  • Weniger Kosten und Emissionen durch einen sinkenden Ressourcenverbrauch
  • Verbesserung des Arbeitsschutzes (z. B. Geräuschreduktion)
  • Reputationsgewinn durch Minimierung negativer Auswirkungen durch Schadstoffe, Lärm und Geruch auf die Bevölkerung
Rotes Kreuz Risiken
  • Kurzfristige Kostensteigerungen durch Anschaffungskosten für Fahrzeuge, energetische Modernisierung oder Lärmschutz
  • Noch nicht erprobte Praxistauglichkeit von großen Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hinsichtlich Reichweite, Verschleiß, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit

Klima- und Ressourcenschutz

Mit unseren Fahrzeugen, Gebäuden und Anlagen verbrauchen wir Ressourcen. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir daran, unseren Energieverbrauch weiter zu reduzieren und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Bevölkerung durch Emissionen so gering wie möglich zu halten.

Der Energieverbrauch der SRH betrug im Berichtsjahr insgesamt rund 68.600 MWh. Die erneuerbaren Energiequellen machten einen Anteil von etwa 13 % aus. Nicht erneuerbare Energien verbrauchten wir insbesondere durch Diesel für unsere Fahrzeuge. Im Jahr 2020 hat die SRH außerdem rund 14.300 t CO₂-Emissionen verursacht. Davon ist ein wesentlicher Teil auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zurückzuführen.

Die MVB verbrauchte im Jahr 2020 etwa 340.900 MWh Energie. Den größten Teil macht dabei der Dampfeigenbedarf aus. Einen Teil des erzeugten Stroms nutzt die Anlage zur Deckung des elektrischen Eigenbedarfs. Die Emissionen der MVB bleiben weiterhin auf einem niedrigen Niveau – so liegen die Messwerte zum Teil unter der jeweiligen Nachweisgrenze. Weiterführende Informationen zum Energieverbrauch und den Emissionen der MVB finden Sie in der aktuellen Umwelterklärung.

Bereits seit 2009 beziehen wir Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen. Mit Windkraft-, Solarthermie-, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen auf unseren Liegenschaften, durch die Gasnutzung der stillgelegten Deponien und durch die Verwertung von Altholz und Bioabfall erzeugen wir auch selbst erneuerbare Energie.

Optimierung unserer Anlagen

Die Prozesse unserer Anlagen optimieren wir kontinuierlich, um effizientere Vorgänge zu erzielen und Umweltauswirkungen zu reduzieren. Beispielsweise verarbeiten wir seit 2019 am Biogas- und Kompostwerk (BKW) Bützberg alle Gärreste, die bei der Biogaserzeugung anfallen, selbst – das sind jährlich bis zu 10.000 t. Durch die Umstellung vermeiden wir weite Transportwege in andere Anlagen.

Bei unseren Müllverwertungsanlagen führen wir Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung durch, um höchste Standards hinsichtlich Energieeffizienz und Schadstoffemissionen sicherzustellen. Beispielsweise setzte die MVB im Berichtsjahr ein Projekt zum Einsatz moderner Sprühdüsen in der Rauchgasreinigungsanlage um – auf diese Weise können 30 % der Pumpenleistung eingespart werden.

Seit 2021 ist das Biomasseheizkraftwerk der MVB außerdem dazu verpflichtet, am Treibhausgasemissionshandel nach Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) teilzunehmen. Weil die dort freigesetzten CO₂-Emissionen größtenteils durch Art und Menge der verbrannten Altholzabfälle bestimmt werden, können wir sie nicht beeinflussen. Die Abgaswerte unserer Müllverwertungsanlagen überwachen wir kontinuierlich selbst, ergänzt durch gezielte Einzelmessungen durch ein Messinstitut. Alle gesetzlichen Grenzwerte wurden 2020 deutlich unterschritten. Und auch alle relevanten Lärmgrenzwerte hält die MVB sowohl an den Grundstücksgrenzen als auch im Innenbereich ein.

Modernisierung und energetisches Bauen

Auch bei den Liegenschaften der SRH haben wir den Anspruch, unseren Ressourcenverbrauch möglichst gering zu halten. Deshalb wenden wir bei Modernisierungs-, Sanierungs- und Umbaumaßnahmen Niedrigenergiestandards an – sowohl im Elektro- und Bau- als auch im Heizung-Klima-Lüftung-Sanitär-Bereich. So verringern wir Energiebedarf und Wasserverbrauch.

Um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, ließ die SRH bereits 2017 im Rahmen der Erarbeitung eines Klimaschutzteilkonzepts die Einsparpotenziale bei ihren Gebäuden analysieren. Demnach könnten wir mithilfe von Modernisierungsmaßnahmen jährlich rund 1.800 MWh Energie und somit über 600 t CO₂ einsparen. Angesichts dessen verfolgen wir das Ziel, acht ausgewählte Gebäude hinsichtlich der Energieeffizienz auf den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 bzw. 100 zu modernisieren. Für die Identifizierung und Umsetzung dieser Maßnahmen ist die Klimaschutzmanagerin der SRH zuständig. Ihre Stelle wird im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

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1.800 MWh
Energie und damit über 600 t CO₂ können durch Modernisierungsmaßnahmen jährlich eingespart werden.

Als erstes Gebäude unterziehen wir unsere Kfz-Werkstatt am Bullerdeich einer umfangreichen energetischen Modernisierung. Sie betrifft neben dem Umbau der Gebäudehülle einschließlich Fassade, Dach, Verglasung und Toren auch die Umrüstung auf eine Strahlungsheizung und LED-Beleuchtung. Außerdem planen wir, die bestehende Photovoltaikanlage zu erweitern. Bis 2022 wollen wir die Modernisierung fertigstellen. Parallel dazu bauen wir unser Energiemonitoring aus, um Einsparergebnisse genauer beziffern und die Wirksamkeit unserer Maßnahmen beurteilen zu können. Dafür statten wir unsere zu modernisierenden Gebäude mit Messgeräten aus – diese ermöglichen einen Vorher-nachher-Vergleich.

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Neuester Stand der Technik bei STILBRUCH

Quelle: STILBRUCH
Quelle: STILBRUCH

Bei unseren Tochtergesellschaften setzen wir ebenfalls auf Energiesparmaßnahmen, so beispielsweise bei STILBRUCH: Im Rahmen des Umbaus der Filiale in Wandsbek haben wir im Berichtsjahr die gasbetriebenen Öfen gegen moderne Zentralheizkörper ausgetauscht, die bisherigen Lichtquellen größtenteils durch LED-Leuchten ersetzt und eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung installiert und zur Reduzierung von Energieverlusten die Fassade zum Teil von außen gedämmt.

Bei Neubauprojekten berücksichtigen wir von Beginn an höchste energetische Standards und setzen auf Nachhaltigkeit. Seit 2020 plant die SRH gemäß den Vorgaben des Koalitionsvertrags bei Neubauten nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard 40 oder besser. Unser unternehmensinterner Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“ beinhaltet für diesen Zweck konkrete Vorgaben. Im Berichtsjahr haben wir ihn erweitert, sodass er nicht nur für Neubauten, sondern ab sofort auch für die Modernisierung und Sanierung unserer Bestandsgebäude anwendbar ist.

Alle Neubauten werden grundsätzlich mit Gründächern versehen. Diese sorgen für ein besseres Raumklima und dienen der Feinstaubfilterung. Gleichzeitig bietet ein Gründach einen Lebensraum für Insekten. Mittlerweile sind die Dächer von 16 unserer Gebäude mit einer Gesamtfläche von ca. 10.600 m² begrünt. Bei unseren Neubaumaßnahmen planen wir, weitere Gründächer zu schaffen. Auch die MVB setzt bei Neubauten eine Dachbegrünung im Rahmen der Möglichkeiten um.

Die SRH achtet darüber hinaus auf die Verwendung nachwachsender Rohstoffe – insbesondere Holz – in der tragenden Gebäudekonstruktion und Fassade. So erhielt das Bürogebäude am Rotenbrückenweg eine Vorhangfassade aus Holz.

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10.600 m²
begrünte Dächer

Fahrzeuge und Fuhrpark

Unsere Fahrzeuge sind für einen großen Teil unseres Energieverbrauchs und unserer Emissionen verantwortlich. Um unerwünschte Auswirkungen auf die Luftqualität in Hamburg minimal zu halten, entsprechen mittlerweile alle unsere Sammel- und Reinigungsfahrzeuge den Abgasnormen Euro V und Euro VI. Damit halten sie die strengen Grenzwerte für den Ausstoß von Stickoxiden, Rußpartikeln und anderen Luftschadstoffen ein. Davon ausgeschlossen sind unsere Winterdienstfahrzeuge. Diese nutzen wir so lange, bis eine Neuanschaffung aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Neue Dieselfahrzeuge und Dienstwagen beschaffen SRH und MVB ausschließlich mit der Abgasnorm Euro VI. Als Mitglied der Partnerschaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität der Stadt Hamburg bekennt sich auch die MVB zur Reduzierung der verkehrsbedingten Luftschadstoffe und erstellt dafür ein jährliches Mobilitätskonzept. Dieses enthält Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität mit Blick auf den Fuhrpark, die Mitarbeitermobilität und Geschäftsreisen.

Um den Kraftstoffverbrauch trotz zusätzlicher Leistungen und Wege konstant zu halten oder gar zu reduzieren, setzen wir moderne Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen ein. Durch die Umstellung auf alternative Antriebe reduzieren wir den Verbrauch fossiler Brennstoffe, da wir die Fahrzeuge mit 100 % Ökostrom betreiben.

Neben unseren Fahrzeugen beeinflussen auch Tourenplanung und Fahrweise den Kraftstoffverbrauch. Aus diesem Grund optimiert die SRH ihre Sammelrouten und die Auslastung der Fahrzeuge ständig. Nach internen Berechnungen können unsere Beschäftigten den Spritverbrauch durch vorausschauendes und niedertouriges Fahren im Vergleich zu einem ungeschulten Fahrer um bis zu 8 % reduzieren. Daher behandeln wir das energiesparende Fahren in zwei der fünf Trainingsmodule, die alle unsere Berufskraftfahrerinnen und -fahrer absolvieren.

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Bestmögliche Tourenplanung für die Müllabfuhr

Ob Neu- oder Umstellung der Abfallbehälter, ein erweitertes Leistungsspektrum oder das Wachstum der Stadt – die Sammeltouren müssen wir kontinuierlich anpassen. Aus diesem Grund haben wir 2020 damit begonnen, das neue Tourenplanungsprogramm „PLASA“ zu entwickeln. Es soll mit optimierten Prozessen zu einer besseren Fahrzeugauslastung führen. Im Rahmen einer Studie konnten wir zudem belegen, dass durch unseren Entsorgungsverkehr von keinem wesentlichen Einfluss auf den Verkehrsablauf der Stadt auszugehen ist. Im Jahr 2022 soll PLASA das alte System ablösen.

Geschäftsreisen und Mitarbeitermobilität

Indem unsere Beschäftigten Dienstreisen unternehmen, tragen wir auch indirekt zu Treibhausgasemissionen bei. Diese wollen wir so gering wie möglich halten. Nach dem Grundsatz „Vermeiden, verringern, kompensieren“ nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SRH und MVB bevorzugt die Bahn, sofern eine Dienstreise nicht vermieden werden kann. Darüber hinaus können die Beschäftigten – wenn der Radius es zulässt – ein Elektrofahrzeug nutzen. CO₂-Emissionen, die bei der SRH durch Dienstflüge ausgestoßen werden, kompensieren wir.

Des Weiteren fördern wir die Nutzung von Fahrrädern. So beteiligt sich die SRH an einer Leihfahrradstation und an der Aktion „Fit in den Tag“. Bei der MVB steht den Beschäftigten ein geschlossener, abschließbarer Container für Fahrräder in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes zur Verfügung. Ergänzend bezuschussen die SRH ebenso wie die MVB ihren Beschäftigten ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr – rund 26 % (SRH) bzw. 30 % (MVB) der Beschäftigten nehmen das Angebot in Anspruch.

Wasser und Abwasser

Wasser setzen wir hauptsächlich zu Sanitärzwecken, in der Straßenreinigung, bei der Reinigung der öffentlichen Toiletten und im Winterdienst ein. Wo immer möglich, nutzen wir dafür kein Frischwasser, sondern Regen-, Brauch- oder Brunnenwasser. Dazu haben wir Tiefbrunnen auf einigen unserer Betriebsplätze installiert. Regenwasser von Dachflächen beispielsweise nutzen wir für die Lkw-Waschstraße, in Kehrmaschinen zur Befeuchtung der Straßen und für die WC-Spülung bei Neubauten.

Alle Betriebsplätze leiten das Abwasser in das öffentliche Abwassernetz ein, wodurch es einer fachgerechten Aufbereitung zugeführt wird. Je nach Möglichkeit und Genehmigungslage schließen wir das Niederschlagswasser an das öffentliche Regenwassernetz an – so etwa am Recyclinghof Rondenbarg, wo wir eine Regenwasserreinigungsanlage vorgeschaltet haben. An anderen Standorten wird es über Entwässerungsgräben abgeleitet. Wo unbedenklich, leiten wir Niederschlagswasser – ebenfalls mit vorgeschalteter Regenwasserreinigungsanlage – auch direkt in ein Gewässer ein. Um einen Schadstoffeintrag zu vermeiden, halten wir alle gesetzlichen Vorschriften zur Gewässerreinhaltung ein. Dazu zählt insbesondere das Wasserhaushaltsgesetz. Niederschlagswasser reinigen wir häufig zusätzlich, bevor wir es verwenden.

Wir achten darauf, den Schadstoffeintrag in Boden und Grundwasser so gering wie möglich zu halten. Dafür nutzen wir bei der Nassreinigung der Straßen ausschließlich Wasser und keine weiteren Reinigungsmittel. Für die Beseitigung starker Verschmutzungen setzen wir umweltverträgliche Reinigungsmittel ein. Bei der Reinigung der öffentlichen Toiletten verwenden wir ausschließlich Reinigungsmittel ohne Chlorzusätze. Indem wir Straßen und Nebenflächen reinigen, schützen wir Boden und Grundwasser sogar vor Schadstoffeinträgen.

Die drei Verbrennungslinien der MVB basieren auf einem abwasserfreien Betriebswasserkreislauf. Eine Einleitung in das öffentliche Abwassernetz erfolgt nur, wenn die Kapazität des Regenrückhaltebeckens nach starken Regenfällen erschöpft ist. Sanitäre Abwässer leiten wir ins Abwassernetz ein. Mehr Informationen zu Wasser und Abwasser bei der MVB finden Sie in der aktuellen Umwelterklärung.

Bei allen Deponien überwachen wir das Grundwasser. Um Verunreinigungen zu vermeiden, haben wir weitere Maßnahmen ergriffen. Am Standort Neu Wulmstorf leiten wir das Oberflächenwasser ab. Da es nicht mit potenziell gefährlichen Stoffen in Berührung kommt, kann es in Versickerungsteiche geleitet werden. Wo eine Basisabdichtung vorhanden ist, fangen wir das Sickerwasser von Deponien auf und entsorgen es.

Abfall

Abfall entsteht bei uns durch die Behandlung der gesammelten und angelieferten Abfälle, beim Betrieb der Werkstätten, in der Verwaltung sowie bei Instandsetzungs- und Bauarbeiten. Verwaltungsabfälle wie Papier, Batterien und hausmüllähnliche Fraktionen leiten wir sortiert in die entsprechenden Verwertungs- und Entsorgungswege. Auf unseren Betriebsplätzen haben wir entsprechende Behälter aufgestellt oder Unterflursysteme installiert, die durch unsere Müllabfuhr geleert werden. Abfälle, die bei der Abfallaufbereitung entstehen, führen wir zum überwiegenden Teil der energetischen oder thermischen Verwertung zu.

Zur umweltgerechten Behandlung der Wert- und Altstoffströme arbeiten wir mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben, Verwertern und Lieferanten zusammen, die auf die Aufbereitung recyclingfähiger Materialien spezialisiert sind. Beispielsweise nimmt eine Behindertenwerkstatt für Blinde unsere abgenutzten Tellerbesen und Walzen von Kehrmaschinen zurück und prüft sie auf ihre Wiederverwendbarkeit. Sollten sie nicht mehr aufzubereiten sein, führen wir sie einer stofflichen Verwertung zu.

Fallen Reststoffe wie Schrott- und Dämmmaterialien bei Rückbaumaßnahmen an, so verkaufen oder entsorgen wir diese. Außerdem prüfen wir gemäß dem Koalitionsvertrag bei jeder Umbaumaßnahme, ob die Abfälle als Recyclingbaustoff verwendet werden können. Bei Renovierungen und Neubaumaßnahmen unserer Gebäude setzen wir ein optimiertes Abfalltrennsystem um.

Im Berichtszeitraum sind 124 Depotcontainer, teils durch Vandalismus verursacht, abgebrannt – davon vier mit Elektroschrott.

Insgesamt wurde 25-mal Radioaktivität bei Abfallanlieferungen an die MVB und die MVR festgestellt; dabei handelte es sich meist um medizinische Abfälle aus der Diagnostik. Gemeinsam mit dem Amt für Arbeitsschutz konnte hier eine umweltgerechte Lösung gefunden werden. Bei diesen Vorfällen sind keine schädlichen Substanzen ausgetreten. Es gab keine weiteren signifikanten Verschmutzungen.

Bei der Müllverwertung in der MVB entstehen unweigerlich gefährliche Abfälle. Die bei der thermischen Verwertung von Abfall entstehenden Stäube werden mit größter Sorgfalt fachgerecht und sicher unter Tage deponiert und als Bergversatz verwertet. Bei der Abgasreinigung entsteht darüber hinaus Rohsalzsäure, die in seltenen Fällen als Abfall entsorgt wird. Mehr Informationen zu Abfällen bei der MVB finden Sie in der aktuellen Umwelterklärung.

 

Flag Icon Ziele

SDG 13

Bis 2035 möchte der SRH-Konzern klimaneutral sein. Derzeit entwickeln wir dafür ein Klimaschutzkonzept.

Senkung des spezifischen Kraftstoffverbrauchs

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Anpassung der Entsorgungslogistik an die Mengenverschiebung durch die Recycling-Offensive

Planmäßige Fortführung nach den erforderlichen Bedarfen; weitere Entsorgungswege beim Bioabfall aufgrund von gestiegenen Mengen und Kapazitätsengpässen

NEU Prüfung des Angebots von Leasing-Fahrrädern

2021

In Umsetzung

Ausbau umweltfreundlicher Energieerzeugung am Standort

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Ausbau von erneuerbaren Energien, z. B. Solarthermie, Wärmepumpen und Photovoltaik, auf eigenen Betriebsplätzen und Liegenschaften

Umsetzung im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen unserer Gebäude, z. B. Wärmepumpe im Bürogebäude am Rotenbrückenweg; Erweiterung der Photovoltaikanlage auf der Kfz-Werkstatt am Bullerdeich in Planung

Wirtschaftlichkeitsprüfung einer Erweiterung der Photovoltaik-Anlage am BKW Bützberg

2023

In Planung; Prüfung soll bis 2023 erfolgen

Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Fortsetzung des „Klimaschutzteilkonzepts“ für eine höhere Energieeffizienz der Liegenschaften

Technische und wirtschaftliche Prüfung einer energetischen Modernisierung der Kfz-Werkstatt am Bullerdeich abgeschlossen, Umsetzung beginnt 2021

Austausch des Rechenzentrums im Anton-Ree-Weg gegen ein neues, energieeffizienteres

2021

In Umsetzung; Verzögerungen aufgrund neuer Kooperation; Zeithorizont wurde aus diesem Grund angepasst

NEU Mitarbeit im Energieeffizienz-Netzwerk der Hamburger Ver- und Entsorger und gemeinsame Einsparung von 85.000 t CO₂ (kumulierte Werte 2019–2022)

2021

Netzwerktreffen beim ZRE mit SRH als Gastgeber im Juni 2020 durchgeführt; digitales Anschlusstreffen in Planung

NEU Optimierung der Heizwärmezentrale des Biogas- und Kompostwerks Bützberg

2021 -

2022

Brennstoffversuche zur Ermittlung, ob und wie viel des Siebüberlaufs energetisch verwertet werden kann

NEU Erhöhung der Energieautarkie des Biogas- und Kompostwerks Bützberg

2024

Positive Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Technologie „Organic Rankine Cycle“ (ORC) zur Strom- und Wärmeeigenerzeugung

Weitere Optimierung des Druckluftverbrauchs in der Müllverwertungsanlage Borsigstraße

2021

Erfassung der Verbräuche läuft, um weitere Potenziale aufzuzeigen

Umweltgerechte Standorte

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Schaffung von Gründächern und naturnahe Gestaltung der Liegenschaften bei allen Bauvorhaben und Neubauten, sofern technisch und wirtschaftlich darstellbar

Gründach (150 m²) auf dem Bürogebäude am Rotenbrückenweg fertiggestellt

NEU Umsetzung des KfW-Effizienzhaus-Standards 40 oder besser bei allen Neubauten

Umsetzung für Neubau am Standort Bullerdeich in Planung

Weitere Ziele und Fortschritte der MVB finden Sie in der aktuellen Umwelterklärung.

Innovation und umweltfreundliche Technologien

Wir wollen unsere Leistungen und Vorgänge noch effizienter, kundenorientierter und nachhaltiger gestalten – und damit der wachsenden Stadt Hamburg gerecht werden. Für diesen Zweck entwickeln, testen und nutzen wir kontinuierlich Technologie- und Prozessinnovationen. Zentral dabei sind die Digitalisierung und Automatisierung unserer Abläufe sowie der Testbetrieb und der Einsatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.

Elektromobilität bei der SRH

Unsere dieselbetriebenen Abfallentsorgungsfahrzeuge stoßen jeweils rund 31 t CO₂ pro Jahr aus. Um diese Emissionen, aber auch die Lärmbelastung zu verringern, sehen wir großes Potenzial in der Elektro- und Hybridmobilität. Deshalb stellen wir unseren Fuhrpark nach und nach konsequent auf alternative Antriebe um und unterstützen damit den Luftreinhalteplan der Freien und Hansestadt Hamburg.

Bislang gibt es jedoch kaum serienreife Modelle, die ohne fossile Brennstoffe betrieben werden und den betrieblichen Anforderungen in der Abfallsammlung genügen. Daher setzen wir schon in der Entwicklungsphase neuer Fahrzeuge auf eine enge Zusammenarbeit mit den Herstellern und führen Praxistests mit Prototypen durch. So testen wir seit Februar 2020 das erste dreiachsige vollelektrische Müllsammelfahrzeug. Aufgrund technischer Schwierigkeiten konnten wir im Berichtsjahr noch keine Erkenntnisse gewinnen. Das Fahrzeug wurde nachgerüstet und umgebaut – Ende 2020 startete der Test erneut.

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Im Test: vollelektrische Großkehrmaschine

Quelle: SRH
Quelle: SRH

Seit Mai 2020 testen wir eine vollelektrische Großkehrmaschine. Das Besondere: Nicht nur der Aufbau, sondern auch das Fahrzeug selbst wird elektrisch angetrieben. So können wir gegenüber einem konventionellen Dieselantrieb etwa 30 t CO₂-Emissionen pro Jahr einsparen. Außerdem ist diese Kehrmaschine deutlich leiser: Statt 77 dB beträgt die Lautstärke nur 57 dB – vergleichbar mit normaler Gesprächslautstärke. Die Lärmreduktion stellt eine Entlastung für unsere Beschäftigten ebenso wie für die Anwohnerinnen und Anwohner dar. Weil die Großkehrmaschine bislang sehr zuverlässig funktioniert, planen wir, sie 2021 im ersten emissionsfreien Reinigungsgebiet Hamburgs einzusetzen. Mehr zur vollelektrischen Großkehrmaschine lesen Sie in unserem Magazin LOOP.

Darüber hinaus setzen wir bei unseren Aufgaben weitere elektrisch betriebene Fahrzeuge ein:

  • drei Hybrid-Großkehrmaschinen mit elektrisch betriebenem Aufbau und konventionellem Antriebsmotor in der Straßenreinigung
  • ein Fahrzeug mit elektrisch betriebenem Pressaufbau in der Sperrmüllsammlung
  • ausschließlich elektrisch betriebene Gabelstapler bzw. Hubarbeitsbühnen bei SRH und MVB

Auf unseren Recyclinghöfen testen wir derzeit außerdem zwei vollelektrische Mobilbagger, mit denen wir jährlich jeweils über 16 t CO₂ einsparen. Im Jahr 2021 wollen wir auf der Basis der Testphase über die Anschaffung weiterer E-Bagger entscheiden. 

Und auch bei unseren kleineren Fahrzeugen setzen wir auf saubere Luft: Inzwischen fahren 54 % der Pkw der SRH – also Dienstwagen und E-Kleintransporter – mit Strom aus regenerativen Quellen. Sie werden überwiegend eingesetzt, um kleinere Mengen Abfälle zu beseitigen, etwa aus überquellenden Papierkörben, von verschmutzten Sitzbänken oder Depotcontainern. Die MVB verfügt über zwei E-Pkw (33 %).

Im Berichtsjahr hat die SRH ihren Fuhrpark um rund 60 neue E-Pkw, davon 35 Kleintransporter, erweitert. Zum Jahresende 2020 waren damit insgesamt rund 120 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Im Jahr 2021 werden wir 18 weitere E- Kastenwagen und in den kommenden zwei Jahren zehn elektrische Kleinkehrmaschinen beschaffen. Für all diese Fahrzeuge und die dazu benötigte Ladeinfrastruktur erhalten wir eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft“. Um die Elektromobilität weiter zu fördern, arbeitet die MVB gerade daran, auf ihrem Gelände weitere Parkplätze für Elektrofahrzeuge sowie Stellplätze für E-Bikes einzurichten und mit entsprechenden Ladesäulen auszurüsten. Das Projekt wird Mitte 2021 abgeschlossen.

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120
Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Einsatz
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Stadtreinigung mit dem E-Bike

Quelle: Hauke Hass
Quelle: Hauke Hass

Im Forschungsprojekt TRASHH („Technologisch-wirtschaftliche Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern in kommunalen Unternehmen am Beispiel der Stadtreinigung Hamburg“) haben wir untersucht, ob elektrische Lastenräder zukünftig eine leise und umweltschonende Alternative zu kleinen motorisierten Fahrzeugen darstellen können. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert. Von 2016 bis 2020 haben wir sieben Räder im Alltag getestet – zum Beispiel bei der Reinigung in Parks und auf Gehwegen oder bei der Leerung von Papierkörben und der Reinigung von Abfallbehältern mit solarbetriebenen Müllpressen. Demnach eignen sich die E-Lastenräder besonders für Einsätze auf Grünflächen, auf Velorouten und in stark von Fußgängern frequentierten Bereichen, da sie leise und emissionsfrei sind. Auch ging aus den Tests hervor, dass sich Arbeitsprozesse durch ihre Nutzung teilweise effizienter und flexibler gestalten lassen. Anfang 2021 gingen die E-Lastenräder in den Regelbetrieb über.

Um unsere Auswirkungen auf die Luftqualität Hamburgs weiter zu reduzieren, haben wir im Berichtsjahr das Projekt „Klimaneutrales Reinigungsteam“ gestartet: In einem definierten Gebiet wollen wir die gesamte Straßen- und Flächenreinigung im Jahr 2021 klimaneutral gestalten. Dafür kommen ausschließlich Kehrmaschinen und weitere Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zum Einsatz. Das Reinigungsteam nutzt außerdem E-Lastenräder und elektrisch betriebene Laubblasgeräte. Nach einer Evaluation und Prüfung der Möglichkeiten ist eine Ausweitung auf weitere Gebiete denkbar.

Innovative Streumittel

Wir gewährleisten die Sicherheit auf Radwegen und Straßen – auch im Winter. Für diesen Zweck setzen wir ausschließlich gesetzlich zulässige, effektive und ökologisch sinnvolle Streumittel ein. Während bei Geh- und Fahrradwegen sowie Bushaltestellen nur abstumpfende Streumittel wie Kies und Blähton erlaubt sind, ist auf Fahrbahnen Salz zulässig und aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Wir nutzen Feuchtsalz, da es gut auf der Straße haftet. Wärmebildkameras an den Fahrzeugen stellen sicher, dass wir nur so viel Salz wie nötig streuen – so reduzieren wir die Gefahr einer Übersalzung von Boden und Grundwasser.

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Radfahren ohne Eis und Glätte

Quelle: SRH
Quelle: SRH

Die für Fahrradwege erlaubten abstumpfenden Streumittel sind zwar effektiv, können allerdings erst nach Ende des Schneefalls ausgebracht werden. Bei Tauwetter sinken sie nach unten. Wenn es anschließend erneut schneit oder gefriert, ist der Weg wieder glatt. Im Forschungsvorhaben E-WIN testen wir deshalb alternative Streustoffe für Radwege. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 finanziert und von der Technischen Universität Dresden begleitet. Nach einer Vorauswahl und begleitenden Laboruntersuchungen testen wir seit Januar 2021 drei alternative Streumittel sowie Natriumchlorid-Sole als Referenzstoff auf Betriebsgeländen. Im Winter 2021/2022 sollen die Mittel erstmals auf öffentlichen Hamburger Radwegen getestet werden. Die Erkenntnisse werden wir auch anderen Kommunen zugänglich machen.

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Einsatz und Test von Elektromobilität und alternativen Antrieben

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Praxistests alternativer, klimafreundlicher Antriebstechniken

Testbetrieb mit elektrischem Müllfahrzeug gestaltet sich aufgrund technischer Herausforderungen schwierig; Großkehrmaschine und Kleinkehrmaschine im Test; Förderantrag für vier Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb gestellt

Steigerung des Anteils leichter Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb (z. B. E-Kleintransporter) auf 70

2023

40 leichte Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb im Einsatz

SDG 11 Steigerung des Anteils elektrisch betriebener Fahrzeuge bei unserer Pkw- und Kleintransporterflotte auf 100 %

2030

Anteil von E-Mobilen an der Pkw- und Kleintransporterflotte: 54 %

Kauf und Inbetriebnahme von 35 E-Kleintransportern für die Reinigung

2020

Abgeschlossen; insgesamt 40 E-Kleintransporter

Einsatz von Sonderfahrzeugen mit E-Antrieb

2021

In Umsetzung; Förderzusage für zehn elektrische Kleinkehrmaschinen erhalten

Ausweitung des Langzeittests von E-Lastenrädern

2020

Abgeschlossen; E-Lastenräder gehen in den Regelbetrieb über

Test von zwei E-Baggern auf den Recyclinghöfen Liebigstraße und Wilma-Witte-Stieg (ersetzen Bagger mit Dieselantrieb)

2020

Abgeschlossen

Schaffung von vier weiteren Parkplätzen für Elektrofahrzeuge und zehn Stellplätzen für E-Bikes mit entsprechenden Ladesäulen auf dem Gelände der Müllverwertungsanlage Borsigstraße

2021

Förderbescheid liegt vor; erste Baumaßnahmen zur Vorbereitung abgeschlossen

Einsatz moderner, effizienter und umweltverträglicher Techniken

Operatives Ziel/Maßnahme Bis Status 2020

Test von neuen Technologien (z. B. Streutechniken, Glättemeldeanlagen) und Streustoffen

2021/ 2022

Laboruntersuchungen zur Wirksamkeit der alternativen Streustoffe durchgeführt; Streufahrzeuge umgebaut; Vorbereitung der Tests abgeschlossen

Steigerung des Anteils von E-Laubbläsern auf 85 %

2020

Abgeschlossen

Steigerung des Anteils von E-Laubbläsern auf 90 %

2021

Anteil der Laubbläser bei 85 %

Weitere Ziele und Fortschritte der MVB finden Sie in der aktuellen Umwelterklärung.